FAQ

FAQ

Garderobenhaken mit Nummern im Innenbereich der Glocke

Häufig gestellte Fragen

Warum ist eine Erweiterung und Modernisierung der Glocke notwendig?
Die Glocke stößt räumlich wie funktional an ihre Grenzen. So erfolgt der gesamte Waren- und Ausstattungsverkehr über eine schmale Tür an der Domsheide, direkt neben dem Haupteingang. Dahinter führt ein ebenso schmaler Gang, der sämtliche logistischen Abläufe aufnehmen muss – vom Transport von Instrumenten, Technik und Gastronomiebedarf bis hin zu den Wegen von Künstler:innen, Mitarbeitenden, Veranstaltungsteams sowie Auf- und Abbau. Da dieser Bereich zugleich als Fluchtweg dient, dürfen dort weder Equipment noch Transportmaterial abgestellt werden. Auch die räumlichen Bedingungen für Künstler:innen sind stark eingeschränkt. Die wenigen Einspielräume sind zu klein, sodass Proben teilweise auf Fluren stattfinden müssen. Zudem können der Große und der Kleine Saal aufgrund fehlender akustischer Trennung kaum parallel genutzt werden, während der Kleine Saal zusätzlich durch Straßenbahnlärm und Erschütterung belastet ist. Darüber hinaus fehlen Räume für Proben, Musikvermittlung, Lagerflächen und Büros.
Die technischen Anlagen und die Bühnentechnik stammen größtenteils aus den 1990er-Jahren und haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Sie entsprechen weder aktuellen energetischen Standards noch den Anforderungen eines modernen Veranstaltungsbetriebs und müssen umfassend erneuert werden. Besonders im Bereich Brandschutz und Entfluchtung besteht Handlungsbedarf, um langfristig einen sicheren und genehmigungsfähigen Betrieb zu gewährleisten. Derzeit wird dieser durch verlässliche und sichere Übergangslösungen sichergestellt, die im Zuge einer Generalsanierung durch dauerhafte Lösungen ersetzt werden.
Um die Glocke auch künftig als besonderen Ort für erstklassige Musik, für Begegnung und für kulturelle Bildung zu sichern, müssen Infrastruktur, Aufenthaltsbereiche und Nutzungsvielfalt an heutige Anforderungen angepasst und weiterentwickelt werden.
Was soll künftig in der Glocke stattfinden?
Die Glocke bleibt auch in Zukunft ein bedeutendes Konzerthaus für klassische Musik. Im Großen Saal finden weiterhin die Konzerte etablierter Partner wie das Musikfest Bremen, die Bremer Philharmoniker, die Deutsche Kammerphilharmonie und Musica Viva statt. Der Kleine Saal wird wie bisher für Kammermusik sowie für Lesungen, Vorträge und Tagungen genutzt.
Neu ist, dass das Haus deutlich vielfältiger bespielt werden wird. Zusätzlich zu den klassischen Konzerten wird es künftig mehr Angebote wie Workshops, Bildungsprogramme und Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen und auch Clubabende geben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Musikvermittlung, also darauf, Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – aktiv an Musik heranzuführen.
Ermöglicht wird diese Erweiterung unter anderem durch neue multifunktionale Flächen sowie einen neuen Saal. Dieser ist flexibel nutzbar und ergänzt die bestehenden Musiksäle. Hier können neue Konzertformate, kleinere Aufführungen und auch szenische Produktionen stattfinden.
Insgesamt entwickelt sich Die Glocke damit zu einem „Dritten Ort der Musik“, in dem Musik, Bildung und Begegnung für viele Menschen erlebbar wird – nicht nur zu den Konzerten sondern auch tagsüber.
Wie und von wem wurde der Bedarf für den Umbau und die Erweiterung ermittelt?
Das Beratungsunternehmen actori GmbH führte zusammen mit Raum+Szene eine umfassende Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Glocke durch. In Zusammenarbeit mit der Glocke Veranstaltungs-GmbH und den beteiligten Ressorts wurden dabei der aktuelle Zustand, die Nutzungssituation und der zukünftige Raumbedarf analysiert. Auf Basis von Besucher:innenzahlen, Nutzungsdaten sowie den Anforderungen von in die Planung einbezogenen Künstler:innen, Veranstalter:innen und Publikum bestätigte die Studie die Notwendigkeit einer baulichen und funktionalen Weiterentwicklung der Glocke, um den künftigen Anforderungen an ein modernes Musikzentrum gerecht zu werden.
Bleibt die Glocke weiterhin ein Haus für klassische Musik?
Ja – die klassische Musik bleibt das Herzstück der Glocke, wobei auch jetzt schon rund 25% des Programmangebots Veranstaltungen aus anderen Genres bilden (Musical, Jazz, Comedy, Kabarett, Lesungen etc.). Gleichwohl sind die Möglichkeiten darüber hinaus stark begrenzt. Im Zuge der Erweiterung sollen daher gezielt zusätzlich auch neue Formate und Projekte Raum finden, die breitere und auch jüngere Zielgruppen ansprechen und die Offenheit des Hauses für unterschiedliche und vielfältige Musikerlebnisse fördern.
Eingangsbereich der Glocke als Zugang zum Konzerthaus

Hier finden Sie Antworten

Warum sollte Bremen diese Investition tätigen?
Die Modernisierung des Konzerthauses ist dringend erforderlich, um grundlegende Aspekte wie beispielsweise Brandschutz und Barrierefreiheit auf den aktuellen Stand zu bringen. Gleichzeitig bietet die in Aussicht gestellte Bundesförderung eine einzigartige Gelegenheit, weit mehr als nur das Nötigste zu tun. Der Erwerb der an die Glocke angrenzenden Gebäude ermöglicht es, die Einrichtung, um weitere Nutzungsbausteine zu ergänzen. Mit der Unterstützung des BKM kann Bremen die Glocke zukunftsgerichtet erneuern und ihr Profil als herausragendes Musikzentrum weiter stärken. So sichern wir nicht nur den Erhalt dieses wichtigen Veranstaltungsortes, sondern stärken auch Bremens Position als attraktiven Musikstandort für die Zukunft.
Welches Potenzial ergibt sich durch die Erweiterung für Bremen und seine Bürger:innen?
Die Erweiterung der Glocke bietet die Chance, das traditionsreiche Konzerthaus noch stärker in das städtische Leben einzubinden. Durch neue Räumlichkeiten und eine zeitgemäße Gastronomie entsteht ein offener Treffpunkt im Herzen Bremens, der Besucher:innen auch außerhalb von Veranstaltungen zum Verweilen einlädt. Die Glocke entwickelt sich so zu einem lebendigen „dritten Ort“ in der Innenstadt – einem Raum für Austausch, Kultur und Begegnung, der das kulturelle Profil Bremens stärkt und die Innenstadt dauerhaft belebt.
Welches Potenzial birgt das Projekt für die Musikstadt Bremen, die Musizierenden und das Publikum?
Das Projekt bietet die Möglichkeit, Bremens Profil als Musikstadt und die bestehende musikalische Exzellenz langfristig zu sichern und zugleich um neue räumliche und programmatische Optionen zu erweitern. Mit einem zusätzlichen Saal, dessen elliptische Form dem bestehenden Konzerthaus eine ergänzende besondere räumliche Qualität verleiht und sich von vielen anderen Häusern unterscheidet. Für Musizierende können dadurch neue Rahmenbedingungen entstehen, etwa durch die größere Nähe und den direkteren Kontakt zum Publikum.
Für das Publikum ergeben sich alternative Formen des Konzertbesuchs, bei denen die räumliche Anordnung zu einer veränderten Wahrnehmung des musikalischen Geschehens führen kann.
Historisches Wandgemälde im Gebäude der Glocke als Teil der Innenarchitektur

Weiterführende Fragen und Antworten

Wer entscheidet über das Projekt und seine Umsetzung?
Grundsätzlich entscheidet der Bremer Senat über das Projekt und seine Umsetzung. Die fachliche Federführung des Gesamtvorhabens liegt bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation (SWHT), in enger Zusammenarbeit mit dem Senator für Kultur (SK) und der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung (SBMS). Die Bauherrenfunktion und Projektleitung für das Bauvorhaben hat SWHT dem Teilsondervermögen Veranstaltungsflächen BgA (TSVV) - als Eigentümerin und Erbbaurechtnehmerin der Liegenschaften - übertragen. Zudem wird das Projekt in enger Abstimmung mit der Betreibergesellschaft Glocke Veranstaltungs-GmbH entwickelt.
Wie viel muss Bremen selbst finanzieren?
Das BKM stellt für die Modernisierung und Erweiterung der Glocke Fördermittel i. H. v. bis zu 40 Millionen Euro bereit. Voraussetzung dafür ist, dass Bremen mindestens den gleichen Betrag kofinanziert. Darüberhinausgehende Kosten müssen von Bremen selbst getragen werden. Um den bremischen Anteil und insbesondere den neuen Saal zu finanzieren, setzt Bremen auf das besondere gesellschaftliche Engagement der Stadt und sucht aktiv nach Sponsor:innen und privaten Fördermitteln für das Projekt.
Wie kann ich das Projekt unterstützen?
Für den Umbau und die Erweiterung der Glocke werden derzeit Spenden eingeworben. Bürger:innen, Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, dieses bedeutende Kulturprojekt zu unterstützen und gemeinsam dazu beizutragen, die Glocke als herausragenden Konzert- und Begegnungsort für Bremen weiterzuentwickeln.
Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft dabei, die Voraussetzungen für die Realisierung des Projekts zu schaffen und die kulturelle Zukunft der Bremer Innenstadt nachhaltig zu stärken.
  • Name: Landeshauptkasse Bremen Sonderkonto TSVV Glocke im Wandel
  • IBAN: DE71250000000025201524
  • BIC: MARKDEF1250
  • Verwendungszweck: Spende für Denkmal „Die Glocke“
Was passiert mit den Spendengeldern, wenn sich der Senat gegen die Erweiterung (z. B. neuer Saal) entscheidet?
Auch wenn beispielsweise der neue Saal nicht realisiert wird, werden die Spendengelder wie vorgesehen für die notwendige Sanierung und den Erhalt des Kulturdenkmals „Die Glocke“ eingesetzt. Die Sanierung der Bausubstanz oder des historischen Erscheinungsbildes des Glocke-Ensemble ist unabhängig von der geplanten Erweiterung zwingend erforderlich. Jedoch verbessert jede Spende die finanziellen Voraussetzungen für die Realisierung des Gesamtvorhabens.
Wird es zukünftig eine künstlerische Leitung (Intendanz) in der Glocke geben?
Das bisherige Vermietmodell hat die Glocke erfolgreich getragen und sorgt für eine hohe Auslastung sowie eine gewisse programmatische Vielfalt. Zugleich bietet die Weiterentwicklung des Hauses die einzigartige Möglichkeit, das künstlerische Profil künftig noch gezielter zu stärken.
Die Machbarkeitsstudie von actori GmbH und Raum+Szene2022 empfiehlt hierfür die Einführung eines Intendanzmodells – eine vielversprechende Perspektive für die Zukunft der Glocke. Auch die Freie Hansestadt Bremen unterstützt diesen Weg ausdrücklich. Mit einer Intendanz eröffnet sich die Chance, das künstlerische Profil des Hauses klar zu schärfen, neue Impulse zu setzen und die Glocke als lebendigen, innovativen Dritten Ort der Musik für Bremen weiterzuentwickeln.
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