Die Geschichte
Ein Ort jahrhundertelanger Nutzung
Die Ursprünge der Glocke reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück und sind eng mit dem Standort am Bremer Dom verbunden. An dessen Südseite entstand ein Kapitelhaus, dessen östlicher Anbau einen runden, fensterlosen Unterbau mit einem sechseckigen Fachwerkaufsatz besaß. Vermutlich befand sich darin eine Glocke – eine Nutzung, die dem Gebäude seinen Namen gab.
Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Kapitelhaus als Domschule genutzt, später als Versammlungsort und Gelehrtenschule. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm die Domverwaltung das Gebäude und verpachtete es an den Bremer Künstlerverein. Damit begann seine Entwicklung zu einem wichtigen kulturellen Treffpunkt der Stadt. Nach mehreren Umbauten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus zu einem Konzertsaal mit Orgel umgestaltet und fest im kulturellen Leben Bremens verankert.
Ein Brand im Jahr 1915 zerstörte das historische Gebäude vollständig. Der anschließende Neubau nach Entwürfen des Architekten Walter Görig, der aus einem Architekturwettbewerb hervorging, wurde 1928 eröffnet – erstmals unter dem Namen „Die Glocke“.
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Haus den US-Alliierten als Soldatenheim. Ab 1947 fanden wieder öffentliche Konzerte statt, und seit der Rückgabe im Jahr 1950 hat sich die Glocke als zentraler Ort für Musik und Kultur in Bremen etabliert.
Aufgrund baulicher und funktionaler Mängel wurde in den 1990er Jahren eine umfassende Sanierung notwendig. Die Architekten Gerhard Müller-Meckens und Klaus Rosenbusch übernahmen die Planung; zwischen 1996 und 1997 wurde das Gebäude grundlegend erneuert und am 31. Januar 1997 feierlich wiedereröffnet.
Die Geschichte der Glocke in Bildern
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