Der Wettbewerb
Die NEUE Glocke
Vorgeschichte
Auf Antrag der Freien Hansestadt Bremen in Kooperation mit der Glocke Veranstaltungs-GmbH, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im November 2020 für eine Ertüchtigung und Weiterentwicklung des Konzerthauses Die Glocke eine Ausgabeermächtigung in Höhe von bis zu 40 Mio. Euro erteilt. Für die Fördermittel muss eine fundierte Antragstellung bis Ende 2026 erfolgen.
Um die Anforderungen zu erfüllen, wurden zunächst im Juli 2022 die Beratungsagenturen actori GmbH und Raum+Szene durch die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation und den Senator für Kultur mit einer Machbarkeitsstudie inklusive Potentialanalyse beauftragt. Ziel war es, realistische Szenarien für die räumliche, funktionale und betriebliche Weiterentwicklung der Glocke zu entwickeln und deren Machbarkeit zu bewerten. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für den anschließenden Architekturwettbewerb.
In der Studie wurden zentrale Entwicklungen und Trends internationaler Konzerthäuser analysiert. Drei Aspekte erwiesen sich dabei als richtungsweisend für die Weiterentwicklung der Glocke: Modularität, Öffnung und Education.
Um diese Ziele zu erreichen, braucht es vielfältig nutzbare Räume – Orte zum Erleben von Musik, niedrigschwellige Angebote, kleinere Auftrittsflächen sowie Probe- und Einspielräume. Ergänzend sind Tagungs- und Workshopräume vorgesehen, um das Haus stärker als offenen Begegnungs- und Lernort zu etablieren. Kurz: Die Glocke muss zu einem „Dritten Ort der Musik“ weiterentwickelt werden.
Zur Umsetzung dieses Zielbildes formuliert die Machbarkeitsstudie konkrete Mindestanforderungen für den Wettbewerb: zusätzliche Flächen, die umfassende Sanierung der Bestandsgebäude sowie eine rückwärtige, möglichst unterirdische Anlieferung.
Die Aufgabe
Im Mittelpunkt des Architekturwettbewerbs stand die zukunftsfähige Erneuerung des Bremer Konzerthauses „Die Glocke“. Der Entwurf sollte den teilweisen Umbau, die räumlich-funktionale Erweiterung sowie die brandschutz- und gebäudetechnische Sanierung umfassen. Ziel war es, bestehende Mängel zu beheben, die besonderen Qualitäten des Hauses zu sichern und seine Attraktivität langfristig zu stärken. Die architektonische Vernetzung von Alt und Neu sowie eine prägnante und beeindruckende Innenarchitektur der Erweiterung waren daher zentrale Bestandteile des Architekturwettbewerbs.
Die Glocke sollte räumlich, funktional und technisch so weiterentwickelt werden, dass sie auch künftig ein offenes Konzerthaus für Menschen aller Generationen und gesellschaftlichen Gruppen bleibt. Neben dem Bestandsgebäude waren auch die angrenzenden Freiflächen entlang der Domsheide Teil der Planungsaufgabe – als wichtige Schnittstelle zwischen Konzerthaus und Stadtraum.
Das Verfahren
Der Architekturwettbewerb wurde 2024 durch die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation in Kooperation mit dem Senator für Kultur und der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung ausgelobt. Auf die europaweite Ausschreibung bewarben sich 60 Architekturbüros aus dem In- und Ausland. Im vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb wurden 16 Büros ausgewählt, die zur Teilnahme am zweiphasigen Verfahren zugelassen wurden.
Der Wettbewerb wurde als nicht offener Planungswettbewerb gemäß Vergabeverordnung (VgV) und Richtlinie für Planungswettbewerbe 2013 (RPW 2013) durchgeführt.
Das Ergebnis
Der europaweit ausgeschriebene Wettbewerb endete mit einem einstimmigen Votum des Preisgerichts: Der Entwurf von JSWD Architekten (Köln) in Zusammenarbeit mit GINA Barcelona Architects wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Er überzeugt das Preisgericht durch eine klare, zurückhaltende Architektursprache, die den denkmalgeschützten Bestand respektvoll ergänzt und zugleich eine behutsame Öffnung des Konzerthauses zur Domsheide und zur Stadt ermöglicht.
Das Preisgericht stand unter der Leitung von Prof. Rebecca Chestnutt und wurde fachlich unter anderem von Louisa Hutton und Prof. Volker Staab unterstützt. Ihm gehörten Vertreter:innen aus Bau, Kultur und Politik an, darunter die Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther, die Staatsrätin für Wirtschaft, Maike Frese, die Staaträtin für Kultur, Carmen Emigholz, und der Staatsrat für Bau, Ralph Baumheier. Zudem war das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, die St. Petri Domgemeinde, der Landesbehindertenbeauftragte, der Landesdenkmalschutz sowie zahlreiche weitere Fachberater:innen beteiligt.
Impressionen aus dem Wettbewerb und Weiterentwicklung
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Außenansicht | Siegerentwurf | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Innenansicht | Siegerentwurf | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Die Jury | Foto: [phase eins]. -
Beurteilung | Foto: [phase eins]. -
Abstimmung | Foto: [phase eins]. -
Ausstellung des Siegerentwurf im Foyer der Glocke | Foto: [phase eins]. -
Ausstellung des Modells im Foyer der Glocke| Foto: [phase eins]. -
Domsheide | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Eingangshalle | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Fuge | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Gastronomie | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Hof | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Innenansicht MER | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina -
Vogelperspektive | Weiterentwicklung | Foto: Playtime / JSWD+Gina